Extracorporale Stosswellentherapie. (ESWT)

Bei Muskel- und Sehnenerkrankungen an verschiedenen Körperstellen kommt es häufig zu chronischen Reizzuständen, die auch einer intensiven und längerdauernden konservativen Therapie (Krankengymnastik, Spritzenbehandlung, Ruhigstellung, Medikamente) nur schwer zugänglich sind.
Beispielhaft, da häufig, zu nennen sind "Tennisellenbogen", "Fersensporn" und "Kalkschulter".

Extracorporale Stosswellentherapie

Nach Ausschöpfen der konservativen Therapiemöglichkeiten wird bei weiter bestehenden Beschwerden in vielen Fällen ärztlicherseits zur Operation geraten (besonders bezüglich Tennisellenbogen und Kalkschulter).

Obwohl der operative Eingriff bei der überwiegenden Anzahl der Patienten zur Beschwerdearmut- oder Freiheit führt, ergibt sich bei manchen Patienten aufgrund anderer Erkrankungen ein erhöhtes Operationsrisiko, daneben besteht ein Rezidivrisiko (Risiko, dass die Erkrankung nach der Operation wieder auftritt).


Zwischen konservativem und operativem Vorgehen hat sich mittlererweile eine neue Therapiemöglichkeit entwickelt, die Extracorporale Stosswellentherapie (ESWT).

Zunächst bei der Zertrümmerung von Nierensteinen als hocheffiziente Behandlungsmöglichkeit erkannt, zeigte sich seit 1992, dass die Stosswellentherapie bei "Kalkschultern" mit Erfolg durchgeführt werden kann. Später wurden auch andere Sehnen- und Muskelerkrankungen in Zentren erfolgreich behandelt. Bis vor einigen Jahren waren zur Behandlung teure Grossgeräte notwendig, die auf eine Peilung mittels Röntgen oder Ultraschall angewiesen waren, die Behandlung gestaltete sich entsprechend aufwendig und teuer. Eine neue Entwicklung ist die radiale Stosswellentherapie mit - bei den meisten Erkrankungen - vergleichbar guten Behandlungsergebnissen, die ohne Peilung auskommt und sich am Schmerzempfinden der Patienten orientiert (Biofeedback).

Wie die Stosswelle genau wirkt, ist noch nicht bis ins Detail bekannt, sie aktiviert jedoch die Selbstheilungskräfte des Körpers. Die chronische Entzündung wird in ein aktiveres Stadium überführt, mit der sich der Körper wieder erfolgreich auseinandersetzen kann.

Einsatzmöglichkeiten der radialen Stosswellentherapie:

Nachuntersuchungen von Patienten mit chronischen Beschwerden (mehr als sechs Monate) am Tennisellenbogen und Fersensporn zeigen, dass die Nachtschmerzen nach drei Monaten bei 100% (Tennisellenbogen) bzw. 94 % (Fersensporn) gebessert sind, Alltagsbeschwerden einen Heilungserfolg von 73 % (Tennisellenbogen) bzw. 66 % (Fersensporn) aufweisen. Bei einer Beurteilung des Behandlungsergebnisses (50476 Behandlungen mit "Swiss DolorClast®") konnten die behandelnden Ärzte ein gutes bis sehr gutes Behandlungsergebnis von 93 % beim Tennisellenbogen, 90 % beim Fersensporn und 87 % bei der Kalkschulter, feststellen. Nebenwirkungen in Form von Irritationen, Blutergüssen, Schwellungen und Schmerzen können auftreten, werden vom Patient aber in der Regel toleriert und verschwinden spätestens eine Woche nach der Behandlung.

Die Radiale Stosswellentherapie wird in drei bis fünf Sitzungen in jeweils acht- bis zehntägigem Abstand durchgeführt. Die Einzelbehandlung dauert etwa zehn Minuten, bereits etwa zehn Tage nach der ersten Behandlung ist meist eine Schmerzlinderung zu beobachten.
Eine Betäubung (Lokalanaesthesie) am Ort der Behandlung ist erfahrungsgemäss bei 10 - 25 % der Behandelten erforderlich.

Die Triggerpunktbehandlung beruht darauf, dass viele (auch chronische) Schmerzbilder am Bewegungsapparat sowie Funktionstörungen bei muskuloskelettalen Beschwerden durch übererregbare Stellen im Skelettmuskel (Triggerpunkte) verursacht werden. Neben lokalen Schmerzen im Bereich des Muskels sind charakteristische Übertragungsschmerzen (z.B. in Arme oder Beine) typisch. Akutere Schmerzen sprechen teils auf lokale Injektionen, Massagen und Dehnungsbehandlung an. Insbesondere bei chronischen Beschwerdebildern hat sich die Triggerpunkt-Stosswelle als sehr effektiv und häufig anderen Methoden gegenüber als überlegen erwiesen.
Die Triggerpunkte werden dabei durch gezielte Anwendung von Stoßwellen deaktiviert, davon ausgehende Schmerzen verschwinden.