Säuglingsonographie

Die Hüftgelenksdysplasie (angeborene Anlagestörung des Hüftgelenkes) ist die häufigste Deformität des Halte- und Bewegungsapparates, die unbehandelt im späteren Leben zu frühzeitigem Gelenkverschleiss führt.

Wenn die Früherkennung der Hüftgelenksreifungsstörung unmittelbar nach der Geburt erfolgt, ist eine nahezu vollständige Heilung möglich, sofern die Behandlung sofort eingeleitet wird.

Erfolgt die Diagnose erst verspätet, so ist eine vollständige Ausheilung meist nicht mehr möglich. So erreichen bei Behandlungsbeginn nach dem ersten Lebensquartal nur noch zwei Drittel der Säuglingshüften eine komplette Heilung.

Die alleinige körperliche Untersuchung ist zum sicheren Erkennen von Hüftreifungsstörungen ungeeignet. Eine Röntgenuntersuchung ist frühestens nach dem dritten bis vierten Monat aussagekräftig.

Die Ultraschalluntersuchung der Säuglingshüfte, von Reinhard Graf eingeführt, kann bereits in den ersten Lebenstagen durchgeführt werden und ermöglicht eine Einteilung des Schweregrades der Hüftreifungsstörung. Dies ermöglicht eine auf den Schweregrad abgestimmte Behandlungsstrategie.

Seit 1996 ist die Hüftsonographie als Screeningverfahren in Deutschland bei Säuglingen zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche eingeführt und wird von allen Krankenkassen bezahlt.

Säuglingsonographie