Medizinische Kräftigungstherapie (MKT)

Die recht häufig auftretenden akuten lokalen Rücken- oder Nackenschmerzen beruhen meist auf Funktionsstörungen der Wirbelsäule (sogenannte "Blockierungen") und können trotz starker schmerzhafter Bewegungseinschränkung in der Regel recht gut durch chirotherapeutische Behandlungen ("Einrenken") und andere symptomatisch wirkende Therapien innerhalb kurzer Zeit zur Linderung gebracht werden.

Bei den akuten Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in Arme od. Beine und neurologischen Auffälligkeiten (Gefühlsstörungen, Lähmungen), meist ausgelöst durch Bandscheibenvorwölbungen- bzw. vorfällen, bestehen nach orthopädischer und /oder neurologischer Diagnostik meist gute Aussichten über Medikamente, Injektionsbehandlung und Krankengymnastik die Krankheitssymptome zu bessern.
Nur selten, bei Auftreten von schweren Lähmungen oder Störungen der Blasen / Mastdarmfunktion, besteht eine dringliche, bei längerem Ausbleiben der Beschwerdelinderung, eine relative Notwendigkeit zu einer Bandscheibenoperation.

Während diese beiden Krankheitsbilder in der Regel keine grösseren Probleme bei der Diagnostik und Therapie aufwerfen und bei mindestens 80 % der Betroffenen die Beschwerden wieder verschwinden, bleiben bei 20 % langfristige Beschwerden bestehen (Chronisches Wirbelsäulensyndrom).
Die üblichen Behandlungen greifen nicht mehr ausreichend und führen oft noch zur weiteren Verstärkung des Krankheitsbildes (Chronifizierung).
Durch zunehmende krankheitsbedingte psychosoziale Beeinträchtigungen (Partnerschaftsprobleme, Arbeitsplatzverlust ... ) entsteht ein schwer zu beeinflussendes chronisches Schmerzsyndrom.
Alle therapeutischen Bemühungen haben daher das Ziel den Endzustand des chronischen Schmerzsyndroms möglichst frühzeitig zu verhindern.

Als guten Ansatzpunkt haben sich Erkenntnisse der letzten 30 Jahre aus den USA erwiesen.
Es hat sich dabei gezeigt, dass bei chronischen oder häufig wiederkehrenden Hals- und Lendenwirbelsäulenproblemen fast immer eine Schwäche der tiefen Nacken- oder Lendenmuskulatur vorliegt.

Ein entscheidendes Therapieziel ist deshalb die Kräftigung der Rückenmuskulatur.

Um die abgeschwächten tiefen Rückenstreckmuskeln unter Ausschaltung der grossen Nachbarmuskeln zu trainieren, sind spezielle Therapiegeräte erforderlich, die normalerweise nicht in Fitness Studios zu finden sind.
Durch spezielle Beckenfixation und weitere gerätetechnische Vorrichtungen eignet sich das Therapiesystem MedX hierfür sehr gut.

Die Therapie erfolgt nach ausführlicher ärztlicher Voruntersuchung, es werden 18 Sitzungen, ein- bis zweimal wöchentlich, durchgeführt.
Neben subjektiven Angaben (standardisierter Schmerzfragebogen) erfolgt die Kontrolle des Therapieverlaufs über isometrische Kraftmessung der Rückenmuskulatur am Anfang und Ende der Behandlung.

Bei Nachuntersuchungen von Patienten mit chronischen Wirbelsäulensyndromen (mit mehr als sechs Monaten Schmerzen) in den USA (Dr. Brian Nelson, Minneapolis) und der Alpha Klinik München, ergab sich ein Therapieerfolg von 85 - 87 %. Ein Kraftzuwachs von über 60 % konnte nachgewiesen werden.

Indikationen für die Medizinische Kräftigungstherapie sind chronische Schmerzsyndrome an Hals- und Lendenwirbelsäule, auch mit Ausstrahlungen in Arme und Beine (Cervicobrachialgien, Lumboischialgien) unter anderem folgender Ursachen: