Akupunktur

Bei Schmerzen und Funktionsstörungen am Bewegungsapparat bietet sich neben schulmedizinischen Behandlungen auch die Akupunktur als klassische chinesische Heilmethode an.

Sie ist nebenwirkungsarm und mit anderen Therapieformen kombinierbar. Die Schulmedizin greift Krankheitssymptome des Patienten auf und sucht nach isolierbaren Krankheitskategorien- od. Ursachen, um - analytisch wie das Skalpell eines Chirurgen - zu einer einzigen Ursache vorzudringen und darauf die symptomorientierte Therapie auszurichten.

Akupunktur Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) formt dagegen aus allen Informationen aus dem physiologischen u. psychologischen Umfeld des Patienten ein Muster der Disharmonie.

Es ergibt sich also im Gegensatz zur westlichen Medizin keine spezielle, isolierte Krankheit, sondern eine "Beschreibung" der ganzen Person, die schließlich den Weg zur Therapie weist, um die Harmonie im Individium wieder herzustellen.

Eine wichtige philosophische Grundlage der chinesischen Medizin ist das Konzept von Yin und Yang. Yin ("die schattige Seite eines Hügels") und Yang ("die sonnige Seite des Hügels") stellen polare Grundkräfte allen Seins dar und lassen durch ihre Wechselwirkungen die "Zehntausend Dinge" der Welt entstehen.
Veranschaulicht wird dies durch das traditionelle taoistische Symbol der Monade.
Über ein Netzwerk von Leitbahnen - den "Meridianen" - zirkuliert die Lebensenergie ("Qi") durch den ganzen Körper, versorgt und ernährt die Organe und Strukturen des Körpers.

Werden Akupunkturpunkte genadelt, ergeben sich Reaktionen am Ort der Nadelung und Fernwirkungen mit Unterstützung der Konstitution des ganzen Körpers. Die Akupunktur wirkt dabei nach heutigem Wissen über Anregung von körpereigenen Schmerzhormonen (Endorphine) und über Einflussnahme auf die Schmerzweiterleitung und -verarbeitung.

Verwendung finden sterile Einmalnadeln, eine Übertragung von Krankheiten ist daher ausgeschlossen.
Neben der Körperakupunktur gibt es zusätzliche Möglichkeiten über die Ohr-, Hand-, Mund- und Schädelakupunktur auf die Selbstheilungskräfte Einfluss zu nehmen.
Gerade bei chronischen und funktionellen Störungen des Bewegungsapparates im Rahmen einer ganzheitlichen Orthopädie hat die Akupunktur heute einen festen Platz in der Behandlung erlangt.

Nur sehr selten gelingt es mit einer einzigen Behandlung anhaltende Beschwerdefreiheit zu erreichen.
Akute Erkrankungen werden in kurzen Abständen (häufig täglich), chronische Erkrankungen meist ein- bis zweimal wöchentlich behandelt.
Meist ist eine Behandlung über 10 - 15 Sitzungen erforderlich.
Die Einzelbehandlung dauert 20 - 40 Minuten.

Die Schmerzakupunktur bei chronischem Lumbalsyndrom (unterer Rückenschmerz) und Gonarthrose (Kniegelenksabnutzung) wird regulär von den gesetzlichen Kassen übernommen.
Privatkassen übernehmen generell die Schmerzakupunktur am Bewegungsapparat.